Danke für Ihr Interesse. Zur Zeit kann ich keine Aufträge als Texter annehmen.
Wenn Sie Texte für Ihre Ausstellung professionell verfassen lassen wollen, empfehle ich das Wiener Textbüro WortStatt.
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Ausstellungstexte
Foto: Naturmuseum Solothurn
Ich schreibe Texte für Ausstellungen und Museen.
Die Texte, die so unscheinbar neben den Objekten an der Wand hängen oder in der Vitrine liegen, sind für das Gelingen einer Ausstellung wichtig. Man will ja wissen, was da ausgestellt ist.
Aber niemand besucht ein Museum, um zu lesen: Dafür gibt es Bücher. Die Besucherinnen und Besucher wollen nicht, sie müssen lesen – um zu wissen, was sie sehen. Und sie tun es unter erschwerten Bedingungen: Rundherum plaudern andere Besucher:innen, eine große Fülle von Objekten buhlt um Aufmerksamkeit, man kann sich nicht in einen Sessel setzen und muss beim Lesen vielleicht jemand anderem über die Schulter schauen.
Deshalb dürfen sich die Texte – so wichtig sie sind – auf keinen Fall wichtig nehmen. Ein guter Museumstexter stellt seinen Text nicht über das Objekt. Der beste Text ist der, den die Museumsbesucher lesen, ohne zu merken, dass sie lesen.
Wer schreibt die Texte in den Museen? In den meisten Fällen tut es der Kurator oder die Kuratorin. Und das kommt selten gut. Nicht, weil Kuratoren und Kuratorinnen nicht gut wären. Aber sie haben eine andere Aufgabe. Sie befassen sich über lange Zeit intensiv mit ihrem Thema. Sie kennen den Fachjargon und verwenden ihn selber, wenn sie sich mit Fachleuten austauschen. Sie lesen wissenschaftliche Fachliteratur. So soll das sein.
Doch wer für ein Museum textet, schreibt für Laien. Er oder sie muss Jargon meiden. Er oder sie pflegt eine Sprache, die von der üblichen Sprache der Wissenschaftspublizistik denkbar weit entfernt ist: präzis, aber einfach und konkret. Ohne Partizipialkonstruktionen, Passiv- und Nominalsätze. Ohne Monsterwörter wie «Partizipialkonstruktionen». Das Letzte, was ein Museumstexter tun darf, ist das, was akademische Texte so gern tun: die Botschaft vermitteln «Schau, wie gescheit ich bin [und wie dumm du]!».
Nicht besser kommt es, wenn die Marketingabteilung die Texte verfasst. Marketingsprache will Leute zu Dingen überreden: Dazu ist Marketing da. Doch wer ein Museum besucht, hat sein Interesse schon bekundet. Man braucht ihn nicht mehr zu überreden. Man kann ihn ernst nehmen.
Ein formales Detail noch – nein, kein Detail: Wirklich gut werden Museumstexte nur, wenn Inhalt und Zeilenumbruch aufeinander abgestimmt werden. Die empirische Besucherforschung zeigt: Texte werden viel eher zu Ende gelesen und viel besser verstanden, wenn sie diese Regel einhalten.(1) Texter und Layouter müssen deshalb von Anfang an zusammenarbeiten. Dabei soll das Layout genauso im Dienste des Texts stehen wie der Text im Dienste des Objekts.
(1) Siehe dazu: Evelyn Dawid und Robert Schlesinger: Texte in Museen und Ausstellungen. Ein Praxisleitfaden, Bielefeld 2012.
Die Texte, die so unscheinbar neben den Objekten an der Wand hängen oder in der Vitrine liegen, sind für das Gelingen einer Ausstellung wichtig. Man will ja wissen, was da ausgestellt ist.
Aber niemand besucht ein Museum, um zu lesen: Dafür gibt es Bücher. Die Besucherinnen und Besucher wollen nicht, sie müssen lesen – um zu wissen, was sie sehen. Und sie tun es unter erschwerten Bedingungen: Rundherum plaudern andere Besucher:innen, eine große Fülle von Objekten buhlt um Aufmerksamkeit, man kann sich nicht in einen Sessel setzen und muss beim Lesen vielleicht jemand anderem über die Schulter schauen.
Deshalb dürfen sich die Texte – so wichtig sie sind – auf keinen Fall wichtig nehmen. Ein guter Museumstexter stellt seinen Text nicht über das Objekt. Der beste Text ist der, den die Museumsbesucher lesen, ohne zu merken, dass sie lesen.
Wer schreibt die Texte in den Museen? In den meisten Fällen tut es der Kurator oder die Kuratorin. Und das kommt selten gut. Nicht, weil Kuratoren und Kuratorinnen nicht gut wären. Aber sie haben eine andere Aufgabe. Sie befassen sich über lange Zeit intensiv mit ihrem Thema. Sie kennen den Fachjargon und verwenden ihn selber, wenn sie sich mit Fachleuten austauschen. Sie lesen wissenschaftliche Fachliteratur. So soll das sein.
Doch wer für ein Museum textet, schreibt für Laien. Er oder sie muss Jargon meiden. Er oder sie pflegt eine Sprache, die von der üblichen Sprache der Wissenschaftspublizistik denkbar weit entfernt ist: präzis, aber einfach und konkret. Ohne Partizipialkonstruktionen, Passiv- und Nominalsätze. Ohne Monsterwörter wie «Partizipialkonstruktionen». Das Letzte, was ein Museumstexter tun darf, ist das, was akademische Texte so gern tun: die Botschaft vermitteln «Schau, wie gescheit ich bin [und wie dumm du]!».
Nicht besser kommt es, wenn die Marketingabteilung die Texte verfasst. Marketingsprache will Leute zu Dingen überreden: Dazu ist Marketing da. Doch wer ein Museum besucht, hat sein Interesse schon bekundet. Man braucht ihn nicht mehr zu überreden. Man kann ihn ernst nehmen.
Ein formales Detail noch – nein, kein Detail: Wirklich gut werden Museumstexte nur, wenn Inhalt und Zeilenumbruch aufeinander abgestimmt werden. Die empirische Besucherforschung zeigt: Texte werden viel eher zu Ende gelesen und viel besser verstanden, wenn sie diese Regel einhalten.(1) Texter und Layouter müssen deshalb von Anfang an zusammenarbeiten. Dabei soll das Layout genauso im Dienste des Texts stehen wie der Text im Dienste des Objekts.
(1) Siehe dazu: Evelyn Dawid und Robert Schlesinger: Texte in Museen und Ausstellungen. Ein Praxisleitfaden, Bielefeld 2012.
Beispiele
Zaunkönig
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Schleichende Revolution
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eigene Publikationen zu Ausstellungstexten
Marcel Hänggi: «Konsequent im Dienste des Lesers. Museumstexte als Unterrichtsmaterial», in: Der Deutschunterrricht 1 (Februar) / 2017, Seiten 84–87
Marcel Hänggi: «Phrasen und ein großer Leerlauf: ‹Dada universal› im Landesmuseum Zürich», in: Ausstellungskritik, 26. Februar 2016
Marcel Hänggi: «Phrasen und ein großer Leerlauf: ‹Dada universal› im Landesmuseum Zürich», in: Ausstellungskritik, 26. Februar 2016