Aktuell 

 

 

 

4. April 2014
Wir brauchen eine Wachstumsdebatte – aber kein Ecopop!
 
Es heißt, die SVP-Abschottungsinitiative vom 9. Februar habe die Wachstumsfrage gestellt, und Ecopop stelle sie – radikaler – noch einmal. Und so hätten wir denn, wie es der «Tages-Anzeiger» formulierte, die Wahl zwischen der (wachstumsfreundlichen) «Ehrgeiz-Schweiz» und der (wachstumskritischen) «Ballenberg-Schweiz». 

Aber das ist Unsinn. SVP und Ecopop sabotieren eine dringend nötige Debatte. Gerade wer wachstumskritisch denkt, muss zu Ecopop Nein sagen.

>> «Worauf verzichten?» Die Zeit (Schweiz) vom 3. April 2014

 

 

 

3. März 2014
Auch die ETH müssen transparenter werden

ETHZEPFLZwei Monate, nachdem die Uni Zürich ihren Geheimvertrag mit der UBS aufgrund öffentlichen Drucks publiziert hat, müssen auch die ETH Zürich und die ETH Lausanne Verträge mit Lehrstuhlsponsoren offen legen. Der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hat entsprechende Akteneinsichtsgesuche von mir gutgeheissen. Die ETH müssen zudem offen legen, welchen Nebenbeschäftigungen ihre ProfessorInnen nachgehen.

Das ist ein grosser Schritt für mehr Transparenz. Nebenbeschäftigungen von Wissenschaftern können zu Interessenkonflikten führen. Transparenz schafft Interessenkonflikte zwar nicht aus der Welt, erlaubt der Öffentlichkeit aber, differenziert zu urteilen. Deshalb verlangen führende wissenschaftliche Fachjournale von ihren AutorInnen schon länger, ihre Interessenbindungen zu deklarieren. In den USA forderte 2010 der Direktor der Wissenschafts-Förderagentur NIH, Francis Collins, ein öffentliches Register der Interessenbindungen von ForscherInnen; er drang damit aber nicht durch.

>> zu den Akteneinsichtsgesuchen im Detail
>> zur Argumentation der beiden ETH sowie des EDÖB
>> zu meinem Dossier Wissenschjaft und Industrie

 

 

 

19. Dezember 2013
Vertrag Uni Zürich - UBS Foundation liegt nun ganz offen!
 
Am 19. Dezember 2013 hat das Interimsrektorat der Universität Zürich die letzten noch eingeschwärzten Stellen ihres Vertrags mit der UBS Foundation offen gelegt – zusammen mit den beiden bereits bestehenden Verträgen zu einzelnen Lehrstühlen am neuen UBS Center! Mein (und Kollege Matthias Daums) Gang vor Verwaltungsgericht hat sich mithin gelohnt, bevor es zu Verhandlungen gekommen ist! Die dazugehörige Pressemitteilung mit Links zu den offen gelegten Dokumenten findet sich hier.

Was steht in den letzten nun noch aufgedeckten Passagen drin? Nichts Spektakuläres. Umso befremdlicher ist, dass die Rekurskommission die Schwärzung dieser Passagen gestützt hat!

 

 

 

9. Dezember 2013
Eine kleine Presseschau zur Debatte der privaten Sponsorings öffentlicher Unis
 
<>Ende November hat die Uni Zürich ihren Vertrag mit der UBS Foundation bis auf wenige Passagen offen gelegt. Der Inhalt des Vertrags, der der UBS eine weit gehende Präsenz an der Uni Zürich garantiert, hat eine Debatte ausgelöst. Bemerksenswert ist, dass namentlich auch von der Uni Zürich selber ganz neue Töne kommen, seit Rektor Andreas Fischer zurückgetreten ist. 

Ich habe dazu eine kleine Zitatenschau zusammengestellt:

«Sponsoringverträge sind keine einfache Sache, wie wir jetzt erfahren durften. Hier lernen wir gerade dazu. (…) Wir werden als öffentliche Institution auf Verlangen Verträge zur Einsicht bereit stellen.» Otfried Jarren, Rektor der Universität Zürich ad interim, an der Medienkonferenz vom 4. Dezember 2013.

«Für mich ist Sponsoring an Universitäten ein Grenzfall. Denn es geht um Leistung und Gegenleistung: Sichtbarkeit und Markenpräsenz. Das ist nicht immer einfach. (…) Ein Sponsoring wie bei der UBS wird es in dieser Form nicht mehr geben.» Otfried Jarren, Rektor der Universität Zürich ad interim, im Interview mit der Schweiz am Sonntag am 8. Dezember 2013.

«100 Millionen von einer Bank, die bezüglich ihrer Reputation nicht die besten Zeiten durchlebt hat, sind kein uneingeschränkter Segen. (…) Hätten wir das Geld genommen? Ich weiss es nicht.» Martin Täuber, Rektor der Universität Bern, im Interview mit dem Bund vom 7. Dezember 2013.

Und die NZZ vom 4. Dezember 2013 (Artikel nicht online) paraphrasiert Lino Guzzella, Rektor und Präsident in spe der ETH Zürich, wie folgt: «Eine Hochschule dürfe nichts tun, was nicht ihrer Strategie entspreche, betonte Guzzella. Sie müsse die Stärke besitzen, finanzielle Zuwendungen abzulehnen, wenn die Bedingungen nicht stimmten: ‹Wir nehmen nicht jedes Geld.› (…) Für die Glaubwürdigkeit sei zudem Transparenz wichtig. Die Verträge der ETH mit ihren Geldgebern (…) seien auf Anfrage einsehbar, sagte Guzzella. Die Öffentlichkeit schaue zu Recht genau hin.»

Noch wenig zu spüren von einer neuen Differenziertheit ist in der zuständigen Stelle in der Bundesverwaltung: «Manche würden stolz sagen: ‹Ich habe meine Lehre bei der UBS gemacht.› Ich habe Mühe zu verstehen, warum man bei der Universität andere Massstäbe anlegt. Eine Dissertation wird nicht schlechter, wenn die Universität einen Sponsoringvertrag hat», sagt Mauro Dell'Ambrogio, Staatssekretär für Forschung, Bildung und Innovation, im Interview mit der Sonntagszeitung vom 8. Dezember 2013.

 Außerdem:

>> Meine inhaltliche Bewertung des Vertrags in der WOZ vom 28. November.
>> Anatomie eines gescheiterten Öffentlichkeits-Verhinderungs-Versuchs.
>> Hier geht's zum Vertrag mit den letzten weniger Einschwärzungen.
>> Hier geht's zum Entscheid der Rekurskommission.
>> Hier gibt's weitere Hintergrundinformationen zu meinen Akteneinsichtsgesuchen.
>> Hier ist mein Dossier zum Verhältnis Wissenschaft-Industrie.

 

 

 

27. November 2013
Zehn ziemlich wichtigste Dinge
 
WellblechWann ist Technik wichtig? Die November-Ausgabe des Magazins The Atlantic hat eine Liste der »50 größten Durchbrüche seit dem Rad« präsentiert. Das ist ja ganz nett – aber Technik lässt sich genauso wenig als Abfolge wichtiger Erfindungen verstehen wie sich, sagen wir, die Schweizer Geschichte als Produkt der Taten großer Männer verstehen lässt. 

Trotzdem habe ich mich vom Atlantic inspirieren lassen, meine eigene Liste zu erstellen. Nicht 50, sondern nur 10. Und nicht die 10 wichtigsten, sondern 10 ziemlich wichtigste: Das Rad. Die Atomspaltung. Die Anästhesie. Die Dampfmaschine. Das Auto. Der Kompass. Die Seitennummerierung. Bohnen, Akazien und Klee. Das Butterfass. Wellblech.

> Lesen Sie hier.

> Und hier geht es zu meinem aktuellen Buchprojekt mit ähnlichem Thema.

 

 

 

18. November 2013
Neues Buchprojekt: Crowdfunding-Ziel bald erreicht
 
<>Am 22. Oktober habe ich die Crowdfunding-Plattform für mein neues Buchprojekt gestartet: https://wemakeit.ch/projects/fortschrittsbuch

15.000 Franken möchte ich auf diesem Weg in 45 Tagen einwerben, um einen Teil meiner Recherche- und Schreibarbeit sowie meiner Spesen zu decken. Nach Halbzeit waren 13.995 Franken beisammen, zur Zeit (18. November, Mittag) sind es 14.615. Damit sieht es sehr gut aus, dass das Ziel erreicht wird – und Übererfüllen ist erlaubt!

Noch weiß ich nicht, wer die 52 bisherigen Unterstützer sind – ich danke schon mal allen ins Blaue hinaus!

Worum es im neuen Buch geht?

Superkurz: Ich will anhand von ca. zwölf Beispielen diskutieren, wie sich technischer Wandel in der Gesellschaft vollzieht. Die Beispiele reichen vom Rad über den Buchdruck und die Anästhesie bis zur Genomik.

Kurz, aber nicht superkurz, und mit einem Filmchen: Siehe meine Crowdfunding-Plattform.

Ausführlich: siehe hier

 

 

 

30. Oktober 2013
Cui bono – Wer bestimmt, was geforscht wird?
 

<>Das Hochschulsystem befindet sich in einem tief greifenden Wandel – weltweit wie auch in der Schweiz. Forschung und tertiäre Bildung sollen sich, so der Wille der Politik, im Wettbewerb bewähren.

Dieser Wandel wirkt sich aus auf die Inhalte der Wissenschaft, auf ihr Selbstverständnis und ihre Fremdwahrnehmung. Der Wissenschaftsbetrieb experimentiert mit sich selbst – hat es bislang aber versäumt, das Experiment wissenschaftlich zu begleiten. Mehr noch: Geht es um die Offenlegung ihrer Zusammenarbeit mit privaten Geldgebern, missachten die Universitätsleitungen Grundsätze der Transparenz.

Die vorliegende Studie bietet einen Überblick über die wichtigsten Veränderungen im Wissenschaftsbetrieb und illustriert deren Auswirkungen an zahlreichen Beispielen.

Die Studie, herausgegeben von Ueli Mäder und Simon Mutier, erscheint in der Edition Gesowip. 248 Seiten, 15 Franken. Bestellungen: info@gesowip.ch.

> Zu meinem Dossier «Wissenschaft und Industrie».   

 

 

 

3. April 2013
Steinzeit forever
 
«Die Steinzeit ging nicht zu Ende, weil die Steine ausgingen», sagte der frühere saudische Erdölminister Scheich Ahmed Zaki Yamani einmal, «und das Erdölzeitalter wird nicht zu Ende gehen, weil das Erdöl aufgebraucht ist.» Der Spruch ist gut – aber gleich dreifach falsch: die letzte, zwölfte Folge meiner Technik-Serie «Alles neu?» (April 2012 bis April 2013) heute der NZZ.

>> Und hier geht’s zum Dossier Wissenschafts- und Technikgeschichte